Freitag, 28. März 2008

Affen am Chuzenji (中禅寺湖)

Am See Chuzenji (中禅寺湖) gibt es noch freilebende Affen.



Die latschen normal ueber die Strasse.

Die schoensten Farben

Die schoenste Farbpalette gabs hier:

Leider auf dem Bild nicht im geringsten einfangbar.

Pachinko (パチンコ)

Ein selbst fuer manche Japaner nicht nachvollziehbares Freizeitvergnuegen ist das Pachinko(パチンコ)-Spielen. Das ist eine Mischung aus einarmigen Banditen und Flipperautomaten. Man tauscht Geld in kleine Metal-Baellchen um.

Die wirft man dann nach und nach in diese Maschine. Man hat keinerlei Einfluss auf die Baellchen. Es gibt nix zu gewinnen ausser weiteren Baellchen. Man kann, da Gleuckspiel in Japan verboten ist, diese Baellchen auch nicht wieder in Geld umtauschen, wenn eine der Maschine ein paar Kisten ausgespuckt hat.
Man kann aber Sachpreise eintauschen. Und absurderweise diese dann im benachbarten Second Hand-Laden dann doch in Geld tauschen.

Auf jeden Fall ist das ganze sehr laut, findet in riesigen Hallen statt und ist sehr sehr bescheuert.
Die Wiki fasst etwas objektiver zusammen: "Da in Japan keine Spielkasinos erlaubt sind und Wetten ausschließlich bei Pferde-, Rad- und Bootsrennen gestattet sind, erfreut sich das legale Pachinko-Spiel großer Beliebtheit. 15 Mio. Japaner suchen die Pachinko-Hallen regelmäßig auf. Sie geben jährlich ca. 250 Milliarden Euro für das Pachinko-Spiel aus. In Japan gibt es etwa 16.000 Pachinko-Hallen und schätzungsweise 34.000 Berufsspieler, von denen manche pro Monat bis zu 2500 Euro gewinnen sollen, andere geben vor, über 100.000 Euro eingestrichen zu haben."

Kegon Falls (華厳滝)

Die Kegon-Faelle, Abfluss des Chuzenji-Sees nebenan, sind wohl gerade erst wieder freigetaut. Rest-Vereisung ist noch zu sehen.

Aber die Wiki meint: "Mit 97 m Höhe ist er einer der drei höchsten Wasserfälle Japans. Die Kegon-Fälle sind für ihre zahlreichen Selbsttötungssprünge berüchtigt."

Irgendwie schwer vorstellbar, das sich Selbstmoerder erst die Serpentinen hocharbeiten (oder nehmen sie auch den Bus?), um dann die Wasserfaelle hochzukrackseln.

Lake Chuzenji (中禅寺湖)

Der See Chuzenji ist ein malerischer See im Nikko-Nationalpark. Wiki: "Er entstand vor 20.000 Jahren, als der Vulkan Nantai ausbrach und den Fluss Daiya blockierte.
Der See hat eine Fläche von 11,8 km² und einen Umfang von 22 km. Seine Oberfläche liegt auf 1.269 m, das Wasser ist bis zu 163 m tief."

Anzugspunkt fuer Wanderer aller Art, es gibt mehrere Wanderstrecken unterschiedlicher Dauer.

Aber erstens bin ich hier oben nur kurze Zeit, zweitens wandere ich ja schon seit 1,5 Wochen und drittens ist das Wetter nicht so wirklich einladend, es in waldiger Einoede zu verbringen.

Am Ende schneit es sogar mal kurz.

Shinkyō (神橋)

Die heilige Bruecke Shinkyō (神橋) entpuppt sich als Nepp. Die rechte Seite ist gesperrt, da sort direkt die Landstrasse vorbeifuehrt und die linke Seite darf man betreten und muss dafuer, dass man auf der Bruecke stehen darf, Eintritt bezahlen... och noeh.

Aber zum Glueck hat Nikko noch mehr zu bieten.

Tōshōgū (東照宮)

Der Tōshōgū (東照宮) ist das Grab des ersten Tokugawa Shogun Tokugawa Ieyasu, der Anfang des 17. Jahrhunderts das Zeitalter der Kriege beendete und Japan einte. Er wurde hier direkt nach seinem Tod begraben aber der Komplex wurde erst 1634 auf Befehl seines Enkles Iemitsu gebaut. Die Bauzeit betrug 2 Jahre und beschaeftigte 15000 Arbeiter.

Eine richtige Arbeit duerfte es gewesen sein, die ganzen Steine den Berg hochzuschaffen, sollten sie nicht vor Ort gewesen sein.

Heute ist die Anlage sehr schön bemost. ;-)

Das Sprichwort "Du kanns das Wort --praechtig-- nicht beurteilen, bevor Du Nikko gesehen hast" trifft voll zu.

Spaeter lade ich noch ne Galerie hierzu hoch.

Auf nach Nikko (日光市)

So, jetzt zum ersten Mal ein Shinkansen. Die meisten Shinkansen kann man an der Nase erkennen, wobei diese meist irgendwie handgefertigt wird und nicht so gegossen wie die ICE-Nase. Zumindest sehen die Teile aus wie handgehämmert.


Zum Fruehstueck im Zug gibts dann kalte Yakisoba Nudeln.

Den Rest der Strecke reise ich im japanischen Stil d.h. Nickerchen.

Donnerstag, 27. März 2008

Morgens um 6.00 Uhr in Ueno

Um 6.00 Uhr morgens in Tokyo Ueno schnell das Gepaeck in einen Schrank rueber in ein Internet Cafe und den Tag geplant.

Fuer den Nachttarif im Porno-Cafe im Nachbarhaus bin ich leider zu spaet....

Mit dem Nachtzug von Kanazawa nach Tokyo

Nachdem ich den ganzen Fisch weggefuttert hab, gehts ab in den Nachtzug von Kanazawa nach Ueno (B).



Am Fenster streift naechtliche Einoede vorbei, die man echt nicht gesehen haben muss.

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Essen: Fischiges

Dankbar ueber die halb englische Speisekarte (Kanji und Vakabeln von Lebensmitteln sind ein Graus) bestelle ich ein paar Fischgerichte. Zuerst mal die beruehmten Kanazawa Kani:

Das Essen mit diesem Krabbenloefel ist aber auch so eine Sache.
Danach dann Wal Sushi, politisch korrekt war ich ja nie sonderlich.


Und um noch eine letzte Bestellung Aal Sushi und eine Portion Gyoza. Dannach bin ich aber Rappelvoll. Vor allem das Aal Sushi ist sehr maechtig


Abend in Kanazawa


Da der Bahnhof von Kanazawa anscheinend weit ab vom Zentrum liegt, gibt es es hier rein gar nichts und ich fliege mit meiner Annahme, hier gebe es sicher ein Internet-Cafe, in dem ich die Wartezeit bis 22.00 Uhr rumkriegen kann, voll auf die Nase. Ich frage zig Leute, das beste Ergebnis ist, die Empfehlung , 4 Stationen mit dem Bus zu fahren. Obwohl die nette Passantin extra per Handy recherchiert hat, bleibe ich dann doch hier und verziehe mich in ein Restaurant, denn Kanazawa ist beruehmt fuer seine Meeresfruechte.

Das Lokal bietet dann auch im weiteren Velauf ein sprachliches Highlight: als erstes bekomme ich das flasche Gericht serviert. Es folgt meine erste japanische Reklamation!

Nagamachi Samurai District (長町武家屋敷)


Der Samurai Distrikt Nagamachi ist einer der besterhaltensten Viertel obwohl keines der Originalhaeuser mehr erhalten ist.



Man kann aber durch das historische Strassenlabyrinth schlendern, und ueberlegen, was es zu Abend gibt.



Mehr zu Kanazawa gibts bei Martin, den ich morgen abend besuchen werde.

Ninja Temple Myōryu-ji (妙立寺)


Auf der anderen Seite des Flusses liegt der sogenannte Ninja Temple (妙立寺 Myōryu-ji) mit 23 Raeumen und 29 Treppen aber vor allem verwinkelt.

Die Fuehrung in japanisch dauerte ca. eine Stunde und erklaerte einige Trickbauweisen, Fallen und Fluchtwege. Die Wege und Gänge im Tempel sind sehr eng und arg verwinkelt, die Japaner von früher passten aber wohl gut durch. Da der Tempel noch aktiv ist und nicht etwa ein Museum mit Gimmick, war photografieren strengstens verboten, wegen der Tempelruhe.

Die Vorführungen zu durchsichtigen Treppen, Tricktüren und Falltüren waren interessant und wirkten in dem Gebäude dessen Holzbalken echt alt waren und einen ganz eigenen Geruch hatten, erst recht.
Da zur Tokugawa Zeit nur zweistoeckig gebaut werden durfte, mussten sogar die 2 zusaetzlichen Etagen versteckt werden.

Als Orientierung fuer die Auslaender gabs eine grobe englische Begleitmappe. Der letzte Satz dieser Mappe lautete lustigerweise "Dieser Tempel hat nichts mit Ninjas zu tun!"

Kenroku-en Garden (兼六園)



So, einer der drei perfektesten Gaerten Japans also. HHm, das mag am Wetter gelegen haben, aber soooo anders als wonanders sieht es hier auch nicht aus. Vielleicht fehlt mir dafuer aber einfach nur der gewisse Blick.




Auf jeden Fall gabs hier wieder viel Moos, ob es aber VIP-Moos ist oder nur einfaches Intruder-Moos, kann ich echt nicht sagen.


Und ein Garten ist natuerlich nix ohne die richtigen Gaertner.

Schloss Kanazawa (金沢城)

Das Schloss Kanazawa wurde 1583 gebaut vom Maeda-Clan. Aber jetzt kommt es: das Schloss wurde komplett zerstört 1620-21 und direkt nochmal 1631-32, dann nochmal komplett niedergebrannt 1759, wieder aufgebaut 1762 und 1788. Ein paar Feuerchen und ein Erdbeben später wieder kaputt im Jahre 1881. Der heutige Bau ist demnach der Rest von 1881. Ein Schmankerl am Rande, das Dach ist aus Blei und deshalb unbrennbar, also lernt der Mensch doch aus der Geschichte!

Das Schloss Kanazawa ist eigentlich nix besonderes und haette es nicht auf dem Weg gelegen, haette ich es uebersprungen.

Den Eintritt habe ich mir dann doch geschenkt, einige Tage später stand ja eh noch Himeji auf dem Plan.


Am besondersten ist vielleicht, das dort noch restauriert wird bzw. die Archaeologen noch baggern. Was nicht überrascht, wenn man die Zerstörungshistorie des Schlosses bedenkt.

Auf nach Kanazawa (金沢)

Heute brechen die letzten 2 Wochen an und ab jetzt wird der Japan Rail Pass angebrochen, der mir dienaechsten 14 Tage erlaubt, alle Zuege der JR ausser dem allerschnellsten Shinkansen zu benutzen. Kanazawa liegt an der Kueste der japanischen See und ist mein erstes Etappen-Ziel.

Wiki und saemtliche Reisefueher meinen dazu:"Sehenswert ist der Kenrokuen, ein Park, der zu den drei perfekten Gärten Japans gezählt wird, das Ishikawa-Mon, das einzige Überbleibsel des Schlosses von Kanazawa und das Samurai-Viertel Nagamachi, wo bis heute ehemalige Samurai-Villen erhalten sind. Ninja-dera, Omicho-Markt, Teramachi und das Higashiyama Chaya (Teeviertel) sollten bei einem Besuch ebenfalls nicht ausgelassen werden."

Aber ob Abfahrt vom Gleis 0 ein gutes Omen ist?

Der Hauptbahnhof von Kanazawa wird von dieser gigantischen Holzsaeule frankiert.

Und ueberaschenderweise fuehle ich mich gut aufgenommen:

Dienstag, 25. März 2008

Kansai adieu

Morgen verlasse ich erstmal das Kansai-Gebiet (hier Kyoto A) und bewege mich noerdlich nach Kanazawa (B).

Größere Kartenansicht

Sonnenuntergang in Kyoto

Das Ende des fuenften Tages mit diesem Sonnenuntergang

Econo Inn in Kyoto

Das hier war mein Hotel in Kyoto fuer 3 Naechte.

Auf der anderen Strassenseite war dieser Park,

aber direkt gegenueber vom Hotel wird nix betreten, diese Tradition aus dem letztem Jahr habe ich auch dieses Jahr wieder eingehalten.