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Sonntag, 7. Juni 2009

U-Bahn - Fahrgasterziehung

Da sich das verhalten in Tokyos U-Bahnen noch nicht genug gebessert hat, hier ein Sammel-Update der neuen Poster seit dem letzten Mal:

April:

Mai:

Juni:


So langsam gehen der Metro die Ideen aus, oder?

Samstag, 21. März 2009

Tag 1: Twilight Zone Milchreis

Die Landung ging glatt, aber anschliessend hat mein Auffenthalt im Flughafen doch länger gedauert, als vorher angenommen.
Dabei war die eigentliche Einreise ziemlich fix über die Bühne gegangen. Da meine Maschine fast völlig mit Japanern besetzt war, blieben nur wenige Ausländer für die 5 geöffneten Ausländerschalter übrig. Da ich als einziger im Flughafen noch meinen Reisepass rausbuddeln musste, um meine Perso-Nummer in die Einreisekarte einzutragen (das ist übrigens DER Rentner-Job überhaupt: in der Einreise-Halle vor den Schaltern steht auf jedem Flughafen in Japan, zumindest in Kansai und Narita, ein Rentner und kontrolliert vor dem Anstellen, ob die Karte komplett ausgefüllt ist) war ein Schalter für mich frei nach der kurzen Ausfüll-Unterbrechung.

Ich wurde fast durchgewunken, allerdings wunderte ich mich, dass ich nochmal die Fingerabdrücke/Passbild-Geschichte nochmal machen musste. Habe ich doch letztes Jahr erst in Kansai gemacht. Sie die Daten nur an der Westküste gespeichert? Muss ich jedes Jahr erneut meine Fingerabdrücke nachweisen? Wenn die abgeglichen werden, warum dann überhaupt? Und wenn die nicht abgeglichen werden, warum werden die Daten erst erhoben? Beim Bild mag ein Jahr noch was ausmachen, aber meine Fingerspitzen sollten sich nicht dermassen verändert haben, dass sich das lohnt, nochmal anzufangen.

Dann die Zollpapiere: eigentlich auch kein Problem, aber dieses Mal hatte ich verdammt viel Käse im Gepäck und ich wusste nicht genau, wieviel man einführen darf und ob überhaupt. Da bislang ich nie den Koffer öffen musste und ich mich immer noch auf doof stellen kann, habe ich mir beim Einpacken nix dabei gedacht. Es ging auch nicht primär um den Käse, sondern um das Päckchen Milchreis, das Sayaka an Karneval in Köln gekauft hatte und mir mit einem Packen Büchern dalassen musste, weil sie ihren 27kg-Koffer am Flughafen Köln-Bonn nicht eingecheckt bekommen hat.


Auf der Rückseite des Zollfragebogens stand nun leider, dass die Einfuhr von Früchten und Reis etc. verboten sei bzw. man diese Dinge melden müsste.
Hmm, Käse stand nicht dabei und ob Käse unter etc. fällt ist ja durchaus Ansichtssache. Also beging ich den Fehler, einen Angestellen die Päckung Milchreis zu zeigen, um Reiszufinden, ob dieser Milchreis unter "Reis" fällt. Es war nur eine blöde 500-Gramm Packung Milchreis aus dem Kaufland mit 4 Kochbeuteln drin. Warum Sayaka Milchtreis gekauft hat, erschliesst sich mir auch nicht. Wegen der kuriosen Kochbeutel, die in Japan unbekannt sind?
Der Flughafenangestellte verwies mich an den Zöllner. Da dort auch wenig los war, konnte ich direkt durchgehen zur Schranke, wo ich den Diensthabenden Zöllner die Packung Reis unter die Nase hielt. Der schickte mich in die Quarantäne für pflanzliche Produkte. Sollte jeder mal gemacht haben. 3 Seikten Formular mit Durchschlag mit Fragen nach der Menge Reis, die ich im Jahr einzuführen gedenke. Der Quarantänike hat nach kurzer Inspektion den Karton wieder verklebt und gestempelt und hat mich tatsächlich einreisen lassen mit dem Milchreis.

Leider war inzwischen der Zöllner nicht mehr da, so musste ich zu einer Zöllnerin vortreten, die es ganz genau wissen wollte. Also wurde mein Gepäck durchsucht. Ich dachte schon, dass es jetzt Ärger gibt, aber der Käse interessierte niemand, aber ich hatte auch alles nochmal wegen evtl. Auslaufungen und Pfützen im Gepäck immer noch ne Plastiktüte drum gewickelt. Da wurde nie reingekuckt. So eine Untersuchung kann man sich auch schenken, die hält doch nur auf! Zumal vorher so oft die Schnüffelhunde um mich gekreist sind, aber nicht, weil ich so verdächtig gewesen bin, sondern, weil mein Rucksack so lange nicht auf dem Gepäckband auftauchte.
Endlich im Lande.
Und endlich am Stand von JALABC, bei denen ich mein Ketai gemietet habe und es nur noch abholen musste. Die nervige Angestellte liess sich auch mit meinen wiederholten Hinweisen, dass es das dritte Jahr hintereinander ist, dass ich ein JALABC-Miethandy habe und ich im letzten Jahr dasselbe Model hatte, von ihrem Standdart-Erklärungstexten abbringen, wobei ich die ganzen Zeit Japanisch sprach und sie Englisch, aber das kennt man ja. Wie ich später erfahren habe, hatt JALABC trotz meiner beiden Mails und meinem Anruf am Dienstag morgen im der Zentrale in Tokyo trotzem nicht geschafft, mir meine Handynummer mitzuteilen, aber dass wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht am Flughafen.
Endlich konnte ich nach dieser zeitverschwendenen Extrawurst im ich-über-ausländisch-mit-nem-ausländer-Nerverrei weiter zur JR (Japan Railways), um meinen Railpass abzuholen und die Geltungsdauer festzulegen.
Leider gabs dann den nächsten Nervklops: der Nachtzug am 22.3 von Tokyo nach Okyama, um dort um 7.00 Uhr in den Zug nach Matsuyama umzusteigen, wo am 23.3 das Hotel reserviert ist, ist schon ausgebucht. SCHIETE.
Der gute Plan abends nach dem Tokyo Marathon um 22.00 Uhr in den Zug zu steigen und an nächsten Morgen um 10.00 Uhr in Matsuyama auszusteigen und in dieser berühmten Onsen-Stadt die Marathon-Beine einzuweichen, ist geplatzt.
Na super, also gibts die ersten Planänderungen schon bevor ich überhaupt in Tokyo angekommen bin. Schöne Scheiss.

[weiter gehts beim nächsten Mal]

Dienstag, 10. März 2009

Shinkansen E5 (新幹線E5系電車)

JR hat kürzlich die neueste Modellreihe des Shinkansen vorgestellt, den Shinkansen E5(新幹線E5系電車). Die offizielle Höchstgeschwindigkeit liegt bei 320 km/h, aber erstmal soll der Zug nur mit 300 km/h über die Strecke heizen, zumindest bis 2013. Die ersten Testfahrten finden im Juni 2009 statt.

Und falls totale Trainspotter hier lesen sollten: Laut den Angaben in der Pressemitteilung basiert das Aussendesign lose auf dem experimentellen Schnellzug Fastech 360S, die obere Hälfte in der Farbe "Tokiwa"(常盤) Grün und die untere Hälfte in Hiun(飛雲) Weiss, getrennt duch einen Streifen in "Hayate" Pink.

Hier ein Video mit dem Model des Zuges:


Und hier eine Übersicht über alle Shinkansen-Modelle seit der Nummer 0 aus dem Jahre 1964:


Quellen:
JAPANPROBE: E5 Series Shinkansen
DMM.TRAVEL: Nächste Shinkansen-Generation E5
WIKI: E5 Shinkansen

Sonntag, 8. März 2009

Rotzfahnen und Priority Seat

Die Tokyo Metro hat natürlich weitere Poster zur Fahrgast-Erziehung ausgehangen. Die Februar-Version bittet darum, die Priority Seats doch für die Leute freizuhalten, die diese benötigen. Japan, zwar als Land der Höflichkeit bekannt, hat inzwischen ein echtes Priority Seat-Problem. Niemand hält sich dran und ich habe gehört, das Tokyo Metro schon einige Rentner angestellt hat, die den ganzen Tag im Netz auf- und abfahren, um die gesunden Leute von den Sonder-Sitzen zu verscheuchen.
Unterschwellig transportiert das Poster aber noch die Botschaft, seine Brotzeit doch in den Bergen und nicht im Zug anzuhalten.
Das ist sehr komisch, da als Kontrast dazu im Shinkansen gefuttert wird bis zum Umfallen. Jede Stunde kommen auch 2 Damen mit dem Futterstand auf Rollen vorbei und verkaufen Onigiri, Sandwichs und Bier. Aber in der U-Bahn will man das wohl nicht haben, da existiert wohl ein kleiner, feiner Unterschied.


Im März bitten die Toyko Metro darum, doch bitte die Rotzfahnen nach der Benutzung artgerecht zu entsorgen. Auch das entbehrt nicht einer gewissen Komik, ist doch Naseputzen in der Öffentlichkeit verpönt und allgemeines Schniefen und Nasehochziehen an der Tagesordnung. Aber vielleicht meint das Poster ja, man solle gefälligst in der U-Bahn auch die Nase nicht mehr putzen?



Gestern habe ich zufällig auch noch Post von einer anderen privaten Betreiber-Firma gefunden, der Tokyu Line. Diese Poster sind ganz anders und noch lustiger, aber das mit Absicht. Auch hier das Priority Seat-Beispiel: "Pflegelt euch nicht wie die Seehunde in den Sitzen!"
Die typischen schlecht-gelaunten Opas der Metro-Poster fehlen, dafür sammeln die Seehunde bestimmt viele Sympathien.



Die ersten Parodien per Photoshop sind auch schon erhältlich, ob sich jemand die Mühe gemacht hat, die Originale damit zu überkleben, sollte man mal herausfinden.

Also da hätten wir das Verbot von Telefonsex während der Zugfahrt:


Das Verbot von nennen wir es mal ruhig Home-Cooking:

Und ein Verbot von Kotzen in der Bahn, wenn man die Musik des Nachbarn zum Kotzen findet:


Auch alles sehr vernünftige Vorschläge. Vielleicht gibts ja den einen oder anderen davon demnächst auch als offizielles Poster.

Quellen:
ISAMICHA: マナー (manner)
TOKYOMETRO: Galerie aller Original-Motive

Donnerstag, 26. Februar 2009

Wo gibts den Japan Rail Pass?

Wie jedes Mal stehe ich wieder vor dem Kauf des Japan Rail-Passes. Inzwischen sind die Möglichkeiten, den Pass zu erwerben, vielfältiger geworden. Daher hier einmal ausführlicher beleuchtet.
Es gibt inzwischen die Möglichkeit der Online-Bestellung, das war letztes Jahr noch nicht möglich. Hier hat man nun (mindestens) drei Anlaufstellen zur Auswahl. Da der Rail Pass zu einem festen Yen-Kurs verkauft wird (z.b. der 14-Tage 2.Klasse für 45100 Yen), sollte man mindestens wegen dem recht teuren Yen momentan versuchen, sein Geld zusammen zuhalten.

Möglichkeit 1:
Das Kölner Reisebüro Nichidoku
Hier gibts den 2.Klasse Pass für den festen Euro Preis (angeblich tagesaktuell) von 384,00 €.

Möglichkeit 2:
Das Kölner Reisebüro Fujitours
Hier kostet der Pass nach dem tagesaktuell kalkulierten Wechselkurs nur 364.41 €.

Möglichkeit 3:
Das Frankfurter Reisebüro Jalpak International:
Hier wird der Pass zum Yenkurs angeboten und ein Wechselkurs festgesetzt und zwar immer für eine Woche. Momentan ist der veranschlagte Wechselkurs 0,0088. Das ergibt einen Preis von 396,88 €.

Der aktuelle Yenkurs, den das Währungsportal www.oanda.com für heute angibt, ist 0.008053 (etwas auf dem Weg nach unten?), das ergibt einen Preis für den Pass von 363,19 €.

Da sollte die Kaufentscheidung nicht schwer fallen, oder? Bei Fujitours habe ich auch letztes Jahr schon gekauft, damals aber noch telefonisch.

Soweit erstmal zur heutigen Servicezeit Railpass.

Quellen:

NICHIDOKU: Railpass bestellen
JALTOUR/JALPAK: Railpass bestellen
FUJITOURS: Railpass bestellen
OANDA: Kursrechner

Donnerstag, 5. Februar 2009

Casemodding-Züge

Trainspotting ist ja für Normalos wenig nachvollziehbar, sind Züge ja nun keine Einzelanfertigungen sondern eher Modellreihen, bei denen ein Exemplar dem Anderen bis aufs letzte Schräubchen gleicht. Durch rapide wechsende Modellreihen könnte man noch etwas Abwechslung in die Eintönigkeit bringen, aber damit hat es sich dann auch.
Nicht umsonst sich Züge deshalb ja so beliebtes Opfer von Sprayern, jedes Taggen fällt direkt ins Auge (positiv oder negativ) und unterscheidet den befallen Zug von allen Anderen.

Und wenn Züge selber bzw. die Betreiber das einzelne Model aus der Masse herausheben? An der Ausstattung ist da schwer was zu machen, aber viseuell ist einiges drin. In Japan ist sogar einiges mehr drin, als anderswo.

Hier eine kleine Auswahl, viel mehr gibts über den unten angegebenen Link.


Gunma Safari Park Reklame Zug, Joshin Linie, Gunma Präfekture [Foto]:

Yokoos Wasserfall Zug, Kakogawa Linie, Hyōgo Präfektur [Mehr]:

Neko-musume train, Tottori line [Photo: Rie Nakaya]:


Doraemon Zug, Seikan Tunnel Tappi Shakō Linie, Hokkaido [Foto]:

Pokemon Tohoku Shinkansen [Foto]:

Ultraman Züge, Tokyu Toyoko Linie, Tokyo [Mehr]:

Wild Schwein, Eizan Linie, Kyoto Präfektur [Foto]:

Kitarō Zug, Tottori Linie, Tottori Präfektur [Mehr]:

Galaxy Express 999 Train, Furusato-Ginga Linie, Hokkaido [Foto]:

Yokoos Augapfel Zug, Kakogawa Linie, Hyōgo Präfektur [Mehr]:

Spiderman Zug, JR Yumesaki Linie, Osaka [Foto]:


Soweit erstmal von der Zug-Front.

Quelle:
Pink Tentacle: Decorated trains in Japan

Donnerstag, 22. Januar 2009

Kuschelt doch zuhause

Die Fahrgast-Erziehungsaktion geht in die nächste Runde. Wie ich bei 3Yen News gelesen habe, gibt es ein weiteres Poster.

Die kuschelnden Pärchen in der Tür stören also beim Ein-und Aussteigen.
Hier allerdings ein Beispiel eines Pärchens, das sich artig in die Sitzreihe einsortiert hat. Sollte also okay gehen so, oder?


Quelle:
3YENNEWS: “Please be considerate of passengers getting on and off”

Montag, 19. Januar 2009

Frage in die Runde

Welche Station oder Bahnlinie ist denn das hier?

Sonntag, 18. Januar 2009

Trainspotter Fetisch Cafe (もえ かな....?)

Japan ist nicht nur ein Paradies für Trainspotter und Fans der Maido-Cafes sondern bringt auch mal beide Gruppen unter einen Hut, bzw. in einen Zug.

In Akihabara gibts neben den diversen Dienstmädchen-Themeparks, ähh -Cafes auch ein Zug-Cafe.



Man nehme JR-Uniformen anstelle der üblichen europäischen Dienstmädchen-Kleidchen einfach Zugbegleiter-Uniformen, verziere den ganzen Laden mit Modeleisenbahnen, mache ab und an Durchsagen über Haltestellen, und verteile am Eingang Zugtickets.

Schon hat man "Little TGV", ein Maido-Kissa für den Zug-Fan.


Quelle:
AKIBANANA: Review: Little TGV

Da bleibt nur noch zu sagen: 良い 旅 を!

Montag, 12. Januar 2009

Shinkansen Nummer 0 (新幹線0系電車)

Hier einen für die Trainspotter:
Nachdem letztens schon der Mummins-Zug aus dem Verkehr genommen wurde, wegen Überalterung der Techniker und der Ersatzteile, ist nun auch der letzte Shinkansen der allerersten "0 Series(新幹線0系電車)" in Rente gegangen.

In Betrieb genommen 1964 und im Einsatz auf der Tōkaidō(東海道)-Strecke, quasi DER japanischen Fernstraße überhaupt, als Handelsstraße seit dem 7.Jahrhundert bekannt und in der Tokugawa-Zeit (1603-1867) ausgebaut, verläuft sie quer durch Japan von Ost nach West, naja von Kyoto über Nagoya nach Tokyo. Tōkaidō heisst östlicher Seeweg.
Aber vermulich lief dieser Großvater der Shinkansen besser als der durchschnittliche Regional-Express in Kölner Raum, in denen andauernd die Türen defekt sind.

Quelle:
Japanprobe:JR retires original bullet trains

Freitag, 19. Dezember 2008

JR Erziehungsmassnahmen

Das Plakat aus dem letzten Post ist nur das letzte in eine ganzen Serie von Fahrgast-Erziehungs-Postern, die das Jahr über von der JR ausgehängt wurden.

Hier einige Highlights:

a) Machs doch in den Bergen*

hier sollte noch drauf hingewiesen werden, dass es nur um den Rucksack geht, die spachtende Dame mit der Brotzeit verhält sich durchaus JR-konform, denn futtern in der Bahn ist nun wirklich ur-japanisch

b) Machs doch in der Kneipe!**

** in diese Richtung geht die KVB ja auch mit Alkohol und warmen Speisen, aber als ich mal erlebt habe, wie ein KVB-Sicherheitsbeamter zwei auf die Pulle Bier angesprochen hat, hat er nicht so recht gewusst, wie er das ahnden sollte...

c) Machs doch am Strand!***

*** allerdings haben wir einen Angestellten, der dich in die vollen Züge reinquetscht, aber spring bloss nicht selber!

d) Machs doch zu Hause!****

**** mir fällt jetzt kein Grund ein, warum man in der Bahn seinen Telefonsex-Job unterbrechen sollte

e) Machs doch zu Hause *****

***** hier ist mir nicht ganz klar, ob es um die Gefahr für die Frau oder die Störung für den Zuschauer geht


Hier die ganze Galerie der JR:
JR: Poster

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Machs doch Zuhause, Suffkopp

Gerade pünktlich zur Bounenkai(忘年会)-Zeit versucht die JR mit Postern das schlimmste aus den eigenen Bahnwagons fernzuhalten.

Da zu den traditionellen "wir vergessen das zu Ende gehende Jahr"-Besäufnissen die Zahl der Alkohol-Leichen steil nach oben schiesst, wurde diese Plakatserie auf die Menschheit losgelassen.


Ganz so schlimm geht es dann in Köln doch nicht ab an Silvester, aber vielleicht ist man als Kölner auch nur von den Häufchen, die Karneval überall hinterlässt, abgehärtet.

Quellen:
Japanprobe: Do it at Home
An Englishman in Osaka: Booze Poster

Samstag, 13. Dezember 2008

Schwarz-Weiss

Seitdem ich meinen neuen Fernseher habe, ist das Filmschauen ja mit vorher nicht mehr zu vergleichen. 40 Zoll ist schon was feines, mein Upscale-DVD-Player, der mir normale DVDs auf 1080p hochrechnet, hat sicher auch seinen Anteil am Gesamterlebnis.
Überraschenderweise sehen manche alten Schwarz-Weiss-Filme besonders schön aus.

Hatten mich zuerst einige alten Zatoichi-Filme nicht sonderlich beeindruckt, bin ich inzwischen ein Fan von Filmen von Yasujirō Ozu(小津 安二郎) geworden. Es mag an der Qualität der Criterion-Abtastungen liegen, aber das Bild ist dafür, dass es teilweise vor 60 Jahren gedreht wurde, echt geschmeidig.

Ozu (12.12.1903 - 12.12.1963) drehte über 50 Filme, von denen nur 35 erhalten sind. Er war sehr exzentrisch und perfektionistisch und galt als der japanischste Regisseur seiner Zeit.
Bis 1960 waren seine Filme außerhalb Japans unbekannt. Bekannt ist er für seine Kameraeinstellungen, meist statisch auf Hüfthöhe und seiner "Durchblicke" japanischer Häuser. Thematisch spielen seine Filme meist der japanischen Mittelschicht, beschreiben das hier und jetzt und die Veränderungen der japanischen Gesellschaft, was in seiner Schaffensperiode von 1927 bis 1962 wohl nicht wenige waren.

Ein wiederkehrendes Motiv sind auch Einstellungen von trockender Wäsche:

Ich empfehle auf jeden Fall auch die Audiokommentare, die sehr interessant sind und alles genauer in den historischen und innenpolitischen Kontext stellen.


Es besonderes Schmankerl ist es natürlich, wenn einige Orte auftauchen, die man selbst besucht und bebloggert hat.

Mehr zu Ozu gibt es hier bei Japankino Ozu Yasujiro


Aber was hat das nun mit Japan-Bildern zu tun? Eigentlich außer der erwähnten Meta-Ebene gar nichts. Ich hielt es nur für eine gute Einleitung für diese Seite, die ich jüngst entdeckt habe:

The Meiji and Taisho Eras in Photographs



Diese Seite der National Diet Library in Tokyo unterhält ein schönes Archiv an alten Fotografien, meist so um 1911 gemacht. Das ist zwar nochmals 30-40 Jahre vor Ozu, aber das tut dem ganzen ja nicht weh.

Sonntag, 16. November 2008

Wenn der Kaiser mal ausfährt...

Und schon wieder im Gebiet der Trainspotter:
Vielleicht habe ich es bisher ungerechterweise ignoriert, aber im Bereich der Spezial-Züge gibt es doch allerhand.

Beispielweise der imperiale Zug des Kaisers, mit dem er ökologisch korrekt zu Terminen fahren kann. Noch lange kein imperialer Sternenzerstörer aber immerhin:

Ich finde ja, das Teil hat was vom Batmobil, aber ich habe auch schon den Vergleich mit Tiger Tanakas Privatzug aus "Man lebt nur zweimal" gelesen.

Hier beim Ausflug von Kaiser Akihito mit König Juan Carlos von Spanien:

Quelle: Japanprobe:Japan’s special Imperial train

Hier der Wiki-Eintrag zum Zug: お召し列車