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Sonntag, 16. August 2009

Buddha aus Insekten

Eine zumindest für westliche Augen sehr seltsame Verehrungsmöglichkeit Buddhas hat man sich in Gunma ausgedacht: eine Statue, zusammengesetzt aus Käfern.


Ich stell mir jetzt gerade ein paar Nachwuchsmönche mit Schweigegelübte vor, die durch den Wald krabbeln und Hirschkäfer sammeln.

Hier der untertitelte Fernsehbericht:


Tja, der Bericht enthüllt, keine Mönche, sondern nur ein Rentner mit zuviel Zeit. Auf jeden Fall ist aber so eine Beschäftigung besser als mit nem Kissen auf der Fensterbank zu hocken, wie das alle deutschen Rentner zwischen den Musikantenstadl-Sendungen machen, um die Zeit totzuschlagen. Und wenn man noch einbezieht, dass man nach dem zweiten Weltkrieg als Kind wegen Mangel an Alternativen eh Käfer gefangen hat, um sich zu unterhalten, ist das ganze nicht mehr ganz so strange.

Sieht auf jeden Fall nicht schlecht aus.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Itsukushima-Schrein (厳島神社)

Der Itsukushima-Schrein (厳島神社) gilt als eine der 3 bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Japans und wurde 1993 zum UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet. Ich habe es nicht nachgeschlagen, aber von meinen bisherigen Zielen ist noch mindestens Kyoto, das Friedensdenkmal in Hiroshima, Schloß Himeji und die Schreinanlage in Nikko mit auf der Liste. Eigentlich gehört der/das rote Torii auch noch mit zum Schrein.
Itsukushima(厳島) bedeutet "Tabu-Insel", was die besondere Heiligekeit des Ortes noch unterstreicht. Wenn man früher zum Schrein gefahren ist, also nicht die Touristen-Fähre genommen hat, passierte man ja erst den roten Torii im Wasser als Übergang in die sakrale heilige Welt und erreichte dann die ins Meer hineinragende Terasse des Schreins. Man betrat also niemals den Boden der Insel, es ging direkt vom Boot aus auf die Stufen des Schreins.
Leider nicht sehr gut zu sehen, die stegartige Terasse des Schreins:

Der ganze Schrein-Komplex ist auf Säulen gebaut, bei richtigem Wasserstand scheint der Schrein also zu schwimmen. Auf der Insel galt zudem früher noch ein absolutes Bauverbot, sodass das einzige Gebäude dort visuell nicht auf der Insel stand, sondern "schwamm".
Die Säulen tragen das Gebäude, wenn du Flut den gesamten Strand bedeckt:

Die Gänge und überdachte Terassen oder Flure um den Schrein herum erreichen die Gesamtlänge von über 300 Metern. Dieser Architekturstil heißt Shinden-Zukuri und ist der Palastbaustil der Heian-Zeit(平安時代), eine Epoche der japanischen Geschichte von 794–1185. In dieser Epoche ist auch die Hiragana-Schrift erfunden worden. Ein Charakteristikum dieses Baustils ist, daß um das Hauptgebäude herum symmetrisch meist noch eine Vielzahl von Nebengebäuden errichtet wurden, man also eher in Gebäude-Gruppen baute und nicht als Einzelgebäude, zumindest bei den großen, wichtigen Bauwerken.
Hier wohl einer der Hinterausgänge in Richtung Insel:

Der Hauptschrein soll im Jahre 593 gebaut worden sein. Die Form der Anlage, wie man sie heute noch sieht, stammt wohl aus dem Jahr 1118. Die japanischen Holzbauten stehen halt nicht ewig. ;-)

Da ich mir die Yen des Eintritts sparen wollte, bin ich nicht rein. Daher alle Bilder nur von Aussen.

Samstag, 18. Oktober 2008

Miyajima (宮島) bzw. Itsukushima (厳島)

Miyajima(宮島) ist ca. 30 Quadradkilometer groß und bietet mit dem roten Tor die wohl meistfotografierte Ansicht von ganz Japan. Zudem wird Miyajima zu den 3 schönsten Landschaften Japans gezählt.
Auf der Insel leben in der Gemeinde Miyajima (宮島町) ungefähr 2000 Einwohner, die wohl sehr gut von den Touristen leben können. Eigentlich heisst die Insel Itsukushima (厳島) und gar nicht Miyajima (宮島), was Schrein-Insel bedeutet. Hier wird wohl der Name vom bekanntesten Element überstrahlt. So als würde man Köln nicht mehr Köln sondern Dom-Stadt nennen oder direkt Kölle und zwar nicht als Umschreibung sondern anstelle von Köln. Und das auch so auf Landkarten eintragen. Heisst Ehrenfeld bald Moscheefeld?

Seit frühhistorischer Zeit galt die Insel als heiliger Ort, es durfte dort weder Geburten noch Todefälle geben. Zudem oder gerade deshalb duften bis zum 20.Jahrhundert Frauen die Insel nicht betreten, sie galten als zu unrein.


Auf der ganzen Insel läuft Wild (aber wohl zahm!) herum, selbst auf den touristenbelagerten Wegen zwischen Fährensteg und Torii. Auf dem Berg Misen(弥山) in Inselmitte gibt es zusätzlich noch zahme (aber nicht gezämte!) freilebende Japanmakeben-Affen, die im noch vorhandenen Urwald oder an der auf den Gipfel führenden Seilbahn mit den Menschen interagieren. Ich schätze, sogar die Affen können von den Touristen gut leben.

Die beiden berühmtesten Bauwerke der Insel sind das im Wasser stehende rote Torii und der Itsukushima-Schrein.

Torii(鳥居) heisst Vogelsitz und ist eines der Hauptelemente der traditionellen japanischen Architektur. Einen Torii-Tunnel habe ich ja schon in Kyoto besucht (siehe: http://tenkygaii.blogspot.com/2008/03/fushigi-inari-schrein.html).
Meist aus Holz oder Stein und zinnoberrot lackiert stehen sie vor Shinto-Schreinen in ganz Japan. "Jedes Torii hat zwei Querbalken: den oberen (kasagi), der auf den beiden senkrechten Säulen aufliegt, und den unteren (nuki), der durch die senkrechten Säulen hindurchgeht und sie miteinander verbindet." Der heutige Miyajima-Torii wurde 1814 gebaut, es gibt aber Aufzeichnungen, das schon in der Heian-Zeit an dieser Stelle ein Torii stand. Er symbolisiert die Grenze zwischen gegenständlicher und sakraler Welt.


Um den Itsukushima-Schrein gehts im nächsten Beitrag.

Hier die offizielle Seite von Miyajima auf Deutsch:
http://www.miyajima-wch.jp/de/pathway.html

Hier ausführliche Informationen eines Miyajima-Reiseführers:
http://www.japan-infos.de/japanreise/reisefuehrer/miyajima.html

Dienstag, 5. August 2008

Meiji Jingu (明治神宮)

Auf den meisten Bildern aus dem Shinjuku-Rathaus auf die Stadt runter geknippst ist der Meiji Jingu (明治神宮) mit drauf, da der riesige umgebene Wald des berühmte Shinto Schreins visuell ziemlich rausragt.

"Diese Gebiete sind von einem immergrünen Wald aus 120 000 Bäumen von 365 verschiedenen Arten bedeckt, die von Menschen aus allen Teilen Japans gespendet wurden, als der Schrein errichtet wurde."

Der Meiji Schrein selbst ist von 1915 - 1920 gebaut worden. Nach dem Tod des damaligen Kaisers (gestorben 1912) und seiner Frau (gestorben 1914) wurde der Schrein zu ihrer Verehrung im beliebten Baustil nagare-zukuri(流造) näheres hier auf dem ehemaligen Grundstück eines buddhistischen Mönchs gebaut. 1945 zerstört wurde der Schrein mit Hilfe von Spenden, sowie der freiwilligen Hilfe von 110000(!) Menschen wieder neu aufgebaut, die aktuellen Bauten wurden 1958 fertig gestellt.

An den traditionellen Neujahrs-Feiertagen besuchen jedes Jahr 5.000.000 Menschen den Schrein. Im April war da schon wesentlich weniger los, wie man auf den Bildern sehen kann.

Freitag, 2. Mai 2008

Omamori (お守り)

Omamori (お守り) werden kleine bestickte Stoffbeutel bezeichnet, die als Talisman dienen. Es gibt sie fuer alle moeglichen Zielgruppen wie "fuer gutes Examen", "fuer eine sichere Schwangerschaft", "guten Ehemann", "Gesundheit" etc.


Wiki: "Diese werden in Japan sowohl in Shintō-Schreinen als auch in buddhistischen Tempeln verkauft und können somit ueberinstitutionell allgemein in Japan verbreiteten religioesen Praktiken zugeordnet werden."

Eine weitere Moeglichkeit in Schreinen etwas an seinen Glueck zu schrauben sind diese Holzstaebchen und Plaettchen. Diese koennen beschriftet werden und dann im Schrein deponiert werden.

Donnerstag, 24. April 2008

Kleiner Schrein um die Ecke

In Japan kann es immer wieder passieren, das man beim normalen Spaziergang auf einmal vor einem kleinen Schrein steht, der sich vorher durch nichts angekuendigt hat.

In Japan baut man einfach um sie herum und bettet sie so in den Wohnblock ein. Sie sind ein normales Element des Strassenbildes und teilweise alter als der Restblock.

Mitunter sind sie von Glaeubigen auch noch regelmaessig besucht und alte Braeuche, wie hier die Lebensmittelspenden, werden sogar noch heute eingehalten, egal wie seltsam es wirken mag.




Aber auch moderne Einfluesse sind spuerbar, die nicht zum Rest passen.

Mittwoch, 23. April 2008

Noch ein Schrein

Thematisch eigentlich nix neues, aber ein gutes Bespiel fuer einen Schrein in der Grossstadt. Immer wieder zu oder so aehnlich unvermutet anzutreffen.




Donnerstag, 17. April 2008

Nikko (日光) Galerie

Hier nun endlich die angekuendigte Galerie zum Nikko Toshogu.

Nikko

Mittwoch, 16. April 2008

Tsurugaoka Hachiman-gu Schrein (鶴岡八幡宮)

Der Tsurugaoka Hachiman-gū in Kamakura aus dem Jahre 1063 ist der wichtigste Shintō-Schrein in der Stadt Kamakura. Mir faellt allerdings gerade auf, das ich vom eigentlichen Schrein gar kein Foto gemacht habe (da hat mich wohl der Regen demotiviert).

Aber mit Impressionen drum herum kann ich dienen.

Freitag, 28. März 2008

Tōshōgū (東照宮)

Der Tōshōgū (東照宮) ist das Grab des ersten Tokugawa Shogun Tokugawa Ieyasu, der Anfang des 17. Jahrhunderts das Zeitalter der Kriege beendete und Japan einte. Er wurde hier direkt nach seinem Tod begraben aber der Komplex wurde erst 1634 auf Befehl seines Enkles Iemitsu gebaut. Die Bauzeit betrug 2 Jahre und beschaeftigte 15000 Arbeiter.

Eine richtige Arbeit duerfte es gewesen sein, die ganzen Steine den Berg hochzuschaffen, sollten sie nicht vor Ort gewesen sein.

Heute ist die Anlage sehr schön bemost. ;-)

Das Sprichwort "Du kanns das Wort --praechtig-- nicht beurteilen, bevor Du Nikko gesehen hast" trifft voll zu.

Spaeter lade ich noch ne Galerie hierzu hoch.

Montag, 23. April 2007

Sensōji (浅草寺) bei Tag

Am Ende des großen Tokyo-Rundgangs kamen wir nochmal am Sensōji vorbei, der bei Tageslicht rappelvoll ist.

Die einsamen, menschenleeren Wege sind nun mit Menschen vollgestopft, die Geschäfte und Büdchen geöffnet, die Touristen und Touristenfänger gehen ihrem Tagwerk nach.

Da wir eigentlich hier ja schon waren, lassen wir einfach den Trubel auf uns wirken und fügen uns in den Touristenstrom ein.

Geknipst haben wir aber anscheinend so gut wie nix. Lag wohl am Eindrucks-Overkill seit dem Frühstück.



Freitag, 20. April 2007

Sensōji (浅草寺) bei Nacht

Nachdem uns Mayumi mit unserem Gepaeck zum Bahnhof geschafft hat, sind wir nach Asakusa gefahren, wo wir als erstes mal ins Capsule Hotel einchecken (siehe naechsten Beitrag).
Danach gehts wieder raus in die Nacht (naja, es ist 21.15 Uhr) und Asakusa angeschaut.

Leider finden wir keine Kneipe, die so einladend aussieht, das wir uns rein trauen wuerden. Aber in der Naehe ist der Sensōji (浅草寺), der auch Nachts einiges hermacht.
Er ist Tokyos groesster Buddhistischer Tempel und tagsueber ein Touristenmagnet.




Ich habe irgendwo gelesen, das Japan das einzige Land der Welt ist, das es sich leisten kann, so viele Sehenswuerdigkeiten nachts unbewacht zugaenglich zu lassen, da der Japaner, selbst wenn er nicht daran glaubt, trotzdem den Tempeln und Schreinen soviel Respekt entgegen bringt, das kaum Unfug getrieben wird. Ich bin sicher, in Deutschland waere sehr schnell alles voller Grafitti oder ausgeschlachtet.

Dienstag, 17. April 2007

Naechtlicher Rueckweg

Nach dem Kino sind wir, da wir das Bahnfahren für den Tag leid waren, zu Fuss zum Ryokan zurück spaziert. Auf dem Weg lag ein kleiner Schrein mit nem Park und See daneben, der auch Nachts frei zugänglich war.


Und weder Park noch Schrein war von Skatern und oder jugendlichen Trunkenbolden belagert. Japan ist irgendwie tatsaechlich anders.

Fuesse und Schweine

Unterwegs eine seltsamen Schrein gefunden. Ein Volksheld, den im Mittelalter mal 300 Wildschweine geholfen haben, hat hier einen Schrein und er ist zustaendig fuer allerlei Fusskrankheiten.


Daher gibts hier Wildschwein-Figuten zuhauf.



Die Waschbaerenfiguren mit den dicken Eiern bin ich ja inzwischen gewohnt, aber das hier?
Das kann ja noch heiter werden in dieser Stadt.

Hier mit Google Street View vor dem Schrein:

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