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Sonntag, 7. Juni 2009

Wahltag und Yuri Fujikawa (藤川ゆり)


Weil heute Europawahl ist mal wieder ein Blick über den Ozean in die weite Welt der Politik. Heute: Yuri Fujikawa (藤川ゆり) sitzt seit 2007 im Stadtrat von Hachinohe in der Präfektur Aomori in Nordjapan. Der Wahltag, an dem sie mit einem Erdrutschsieg in den Rat einzog (6962 zu 3665 Stimmen des Gegenkandidaten) war trotz Regenwetters die Wahlbeteiligung mit 59% so hoch wie in den letzten 12 Jahren nicht. Gleichzeitig war sie die erste Frau in ihren Zwanzigern, die je in den Stadtrat von Hachinohe gewählt wurde.
Sie engagiert sich in den beiden Ausschüssen "Umweltstadt Hachinohe" und "Bürger Wolfahrtsausschuss” (民生常任委員会委員 und 環境先進都市推進特別委員会委員).
Auf jeden Fall schöne Vokabeln.


Aufgrund ihres Aussehens geht auch gerne mal ihre Webseite in die Knie, weil der Server die Zugriffe nicht mehr gebacken kriegt.
Um die vielen Anfragen nach Interviews und Fotoshootings bearbeiten zu können, musste sie direkt noch nen Agenten einstellen. Und schliesslich gabs dann eine Gravure DVD und ein Foto-Buch der Stadträtin.

Zu dem Begriff Gravure zitiere ich hier mal die englische und deutsche Wikipedia:

"Gravure idols (グラビアアイドル, gurabia aidoru) are Japanese models who primarily pose in bikinis, leotards, and other provocative clothing for photo spreads in magazines and photobooks aimed largely at men. In recent years, some popular idols have released DVDs of their work, typically posing in revealing outfits. Fetish themes may include wrestling, martial arts, and superheroines from tokusatsu.
[...]
Gravure idols do not pose nude or perform sexually explicit acts in their work, though some simulate sex acts in their DVD releases."

"Erotikmodelle werden als Gravure Idol (グラビアアイドル, gurabia aidoru, von engl. gravure = Tiefdruckverfahren für Fotos)[...] bezeichnet."


Ich glaube dieselbe Schiene hat Gabriele Pauli ja auch versucht, allerdings nicht als Twen sondern als Twoandahalftwen.

Aber schnell wieder weg von der CSU.Frau hat aber keine reine Gavure-DVD gemacht, sondern eine mit Botschaft. Die DVD dient als Werbevideo für die Präfektur Hachinohe.

Zumindest hat man so seine Medienpräsenz erstmal gesichert. Aber Japan wäre nicht Japan, wenn es damit schon zuende wäre.

Obendrauf nun noch das Politiker-Merchandise. Ja, nicht nur Obama-Kappen verkaufen sich, sondern auch: Politiker-Kuchen!
Yuri Fujikawa hat jetzt einen eigenen Apfelkuchen, gefüllt mit Apple Jam aus Aoimori.

Viel doller finde ich allerdings der Schwenk über die Produkte anderer Politiker, die von derselben Firma vertrieben werden.
Ob man das Wahlfaule Volk auch in in Deutschland über den Teller wieder an die Wahlurnen bekommen könnte?

Quellen:
Letsjapan: Government Gal’s Sexy PR DVD
The Hawaiianlion: Yuri Fujikawa: The world’s most beautiful politician : Wikipedia page in English
Discover Japan: Too Beautiful Politician
Stippy: Japanese Politician Stoops to Soft Porn for the Good of the Electorate
Japanprobe: Yuri Fujikawa Apple Cakes
Fujikawa Yuri offizielle Homepage (八戸市市議会市議会議員 藤川ゆり公式サイト)

Freitag, 13. März 2009

Obamamia und Asobashing

Japan liebt Obama, wie irgendwie die ganze Welt auch. Er hat zwar noch nichts gemacht, aber die Zustimmung und Verehrung seiner Person sind (noch?) auf dem Höhepunkt. Ob Japan jetzt energischer ist als andere Länder kann ich nicht beurteilen, ich finde aber, dass einem in japanthematischen Blogs Barack Obama sehr häufig begegnet.

Hier als Sushi:


Als T-Shirt:


Hier vor einem AMDY Pachinko-Laden in Shibuya, der gerade renoviert und zu diesem Zwecke Obama und sein "CHANGE" missbraucht ;-):




Und im Inland? Naja, das eigene Staatsoberhaupt hat sehr sehr schiefe Akzeptanzwerte (seitdem Bush aus dem Amt ausgeschieden ist, soll Aso das Staatsoberhaupt mit der geringsten Akzeptanz sein, direkt danach folgt wohl Angela Merkel mometan) und ein Schuhproblem:


Während Obama sogar in der Version "Oma" seine Fans finden dürfte:


Vielleicht färbt ja was ab:

Aber in welche Richtung?

[UPDATE]: Im Grunde ist ja völlig wurscht, was man zu dem Thema schreibt, inzwischen gibts ja schon die Obama Gummi-Puppe:



Quellen:

Chirimotsumoreba: Change has come to this pachinko parlor!
altjapan: Obama-Maki
Japanator: Let's Sushi: Obama's face is now edible
Japork: KUSOBABA OBAMA

Freitag, 23. Januar 2009

Obama Big Jim

Irgendwie scheint es der Herr Obama den Japanern echt angetan zu haben. Nagut, das Gefeiere schwappt um die ganze Welt, aber aus Japan kommen die seltsamsten Stilblüten.


Hier die Obama-Actionfiguren mit wirklich vielseitigem Zubehör-Set:






Quellen:
GAMU-TOYS

[*UPDATE]: Anscheinend ist diese Seite sooft international in den Blogs verlinkt worden, dass man sie wieder gelöscht hat. ;-)

Donnerstag, 13. November 2008

Wahlenwerbung in Japan

Pünktlich zum Ende des US-amerikanischen Wahlkampfes und vor dem Beginn des deutschen Wahlkampfes hier ein Ausflug nach Japan:
Das Japan einen Kaiser hat, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es trotzdem eine Parlamentarische Monarchie ist. Es hatte ja im Shogunat auch immer einen Kaiser nebenbei, der sich aber damals weniger mit Nackten rumschlagen musste ;-)
Der Premierminister wechselt zwar alle paar Wochen, aber sollte auch nicht drüber hinwegtäuschen, dass Japan sich auch an das Prinzip der regelmässigen Wahlen hält.
Hier in Yokosuka im April 2007 wurde gerade das Rathaus neu besetzt. Ob das alles Kandidaten für das Amt der Bürgermeisters waren, weiss ich nicht, aber auf jeden Fall, sind das hier weit mehr Kandidaten, als in Deutschland. Das lässt auf regionaler Ebene eine politische Splitterparteien-Fülle wie einst in der Weimarer Republik vermuten.

Anderseits sind sie hier schön nebeneinander geklebt, was ein aus-dem-Weg-gehen der Wahlwerbung viel einfacher macht, als beispielsweise in Deutschland, wo jeder Baum dran glauben muss und jeder Laternen-Pfahl ein schönes Poster kriegt.
Weniger gut aus dem Weg gehen kann man den Wahlkämpfern. Die übertönen manchmal selbst der lautesten Verkehr, wie hier stellvertretend für wohl alle Städte im März 2008 in Umeda/Osaka:


Das schlimme ist aber, das diese Wahlmobile auch rumfahren und ihre Botschaften in jeden Block reinrufen.

Ob dasselbe wieder rausgerufen wird, lasse ich mal offen.

Samstag, 8. November 2008

Japan und Obama (小浜市)

Die Präsidentschaftswahlen in den USA gehen natürlich auch nicht spurlos an Japan vorbei. Vor allen nicht im kleinen Städchen Obama (小浜市), nördlich von Kyoto.

Der Bürgermeister des Ortes Koji Matsuzaki nutzte natürlich jede Chance, Publicity für seine Stadt herauszuholen. So wurde das neue Touristen-Maskottchen geboren. Mal schauen, wie lange es sich hält, Gesamtjapan sieht Obama eher skeptisch.
Immerhin hat der gute Herr Matsuzaki seine Stadt sogar in den deutschen Spiegel geschafft.

Inzwischen gibts sogar den Obama-Song: