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Dienstag, 28. Juli 2009

Wildes Durcheinander

Als ich gerade auf die Reklame zur Yattermann-DVD in Japan stiess, musste ich unwillkührlich an die Hostessen letztes Jahr auf der Anime-Fair denken, von denen auch ein paar in diesem Dress die Besucher beglückten.

Die dralle Leder-Bösewichtin wird gespielt von Kyoko Fukada (深田 恭子), im Westen noch am ehesten bekannt aus Takeshi Kitanos Dolls (2002) oder Kamikaze Girls (2004), bei dem die Filmverwertungsfirmen so richtig versagt haben, der Originalfilm heisst Shimotsuma Monogatari (下妻物語), was Shimotsuma Geschichte oder Geschichte aus Shimotsuma bedeutet.


Der bekannte Herr Takahashi Miike ist neben dem Yattermann-Realfilm auch für den Zweiteiler Crows Zero verantwortlich, auf dessen Werbung Meisa Kuroki(黒木メイサ) das Aushängeschild gibt.

Die gute Meisa spielt auch in Mamoru Oshii’s Assault Girls (ケンタッキーの日菜子) mit, einem Film für Freunde von Uniformen und dicken Wummen.



Dieser Film ist die quasi Fortsetzung eines Kurzfilms aus dem Omnibus Feature Shin-Onna Tachiguishi Retsuden (真女立喰師列伝) und bei Youtube verfügbar:


Neben Frau Kuroki spielt auch noch Rinko Kikuchi (菊地 凛子) mit, die ja einen Oscar für ihre Leistung in Babel gekriegt hat.

Demnächst spielt sie in der Verfilmung von Haruki Murakamis(村上春樹) Norwegian Wood (ノルウェイの森) mit, der auf deutsch Naokos Lächeln heisst.

Ein weiterer Film von Mamoru Oshii (押井守) ist und der läuft in 4 Wochen auch auf dem Fantasyfilmfest in Köln.

In diesem Anime ist jetzt lustigerweise Rinko Kikuchi eine der Synchronsprecherinnen. Eine andere ist Chiaki Kuriyama(栗山千明),

die einerseits in Miikes MDP Psycho und The Great Yokai War(妖怪大戦争)
sowie mit Takeshi Kitano in Gonin und Battle Royale (バトル・ロワイアル) war.

Leider auch in dem blöden Kill Bill 1 von Quentin Tarantino, der aber immerhin noch von Teil 2 übertroffen wird, da der nicht nur doof sondern auch noch langweilig ist.

Aber wo ich gerade das Klassenfoto von Battle Royale sehe, fällt mir auf. dass dort auch Shibasaki Kou(柴咲コウ) mitgespielt hat.

Sie hatte 2008 die weibliche Hauptrolle der Fernsehserie Galileo(ガリレオ) gespielt hat, dessen anschliessender Kinofilm als ich im Frühling in Shibuya war, gerade als Reklame die Shibuya Crossing-Kreuzung dominierte:


So, das soll als Rundumschlag mal reichen sonst liest keiner mehr weiter. Ich hätte jetzt aber noch über Bande von Shibasaki Kou zu Meisa Kuroki spielen können, um das Netz noch enger zu stricken, aber ich lass das mal. Das ist hier ja jetzt schon enger verzahnt als das Kölner Rathaus mit der Müllmafia.

Sonntag, 7. Juni 2009

Tee-Werbung

Hier noch ein Werbespot für einen blutdrucksenkenden Tee:



Andere Suntory Werbespots für Tee sehen eher so aus:


Aber lustiger sind natürlich die für Toilettensitze beispielsweise:


Oder auch für Pizza:


Sehr schön auch dieser zurückgezogene Nudel-Spot aus Südkorea:



Quelle:

Japanprobe: Funny Japanese tea commercial

Böse Tropfen

Nach dem politischen Einschub, hier schnell noch die Natural-Pinkel-Einlage für die sportliche Frau. Das Richtige für die Frauen, die beim Tennispiel anfangen zu tropfen.
Ich spare mir das übersetzen, daher hier im Original die Primär-Quelle Letsjapan: "Natura is aimed at new moms and women who suffer from conditions necessitating a "more/mole pad" (leak out pad). Natura also seems to target ladies who might be caused to pee by: the sudden movement of a train; being groped by a tennis instructor; stress after experiencing her grocery bag ripping and spilling dozens of potatos; or by standing up from a seated position. Natura pads are available in various sizes up to the 26cm version, which will absorb 60cc of pee."

"Together with Lady Guard, the piss prevention pill, ladies in Japan will be totally relieved of the need to pee while participating in sports and leisure activities, during long trips, working long hours without a break, sleeping, chatting at the cafe, and peeling daikon."

"Lets Japan is not aware of any products in Japan for ladies who suffer from Sudden Movement Excrement Leakage Syndrome."

Die erwähnte Pille Lady Guard hier kurz erklärt von Letsjapan "Lady Guard is the first over-the-counter medicine in Japan for alleviating frequent urination. The drug contains Flavoxate, which has been available by physician prescription in Japan since 1978. Kowa markets Lady Guard to women as convenient for long outings, travel, to enable longer concentration on work, and relief from frequent use of the toilet after going to bed."



Ich esse lieber erstmal eine Yogurette.

Quelle:
Ofizielle Produktseitef
Letsjapan: Pee pad for active women
Letsjapan: Pill For Women Keeps Pee In

Freitag, 15. Mai 2009

Rubberduckzilla

Kwitsche-Entchen? Wasser-hassendes Kwitsche-Entchen. Naja, auf jeden Fall schräger Werbespot:

Freitag, 13. März 2009

Obamamia und Asobashing

Japan liebt Obama, wie irgendwie die ganze Welt auch. Er hat zwar noch nichts gemacht, aber die Zustimmung und Verehrung seiner Person sind (noch?) auf dem Höhepunkt. Ob Japan jetzt energischer ist als andere Länder kann ich nicht beurteilen, ich finde aber, dass einem in japanthematischen Blogs Barack Obama sehr häufig begegnet.

Hier als Sushi:


Als T-Shirt:


Hier vor einem AMDY Pachinko-Laden in Shibuya, der gerade renoviert und zu diesem Zwecke Obama und sein "CHANGE" missbraucht ;-):




Und im Inland? Naja, das eigene Staatsoberhaupt hat sehr sehr schiefe Akzeptanzwerte (seitdem Bush aus dem Amt ausgeschieden ist, soll Aso das Staatsoberhaupt mit der geringsten Akzeptanz sein, direkt danach folgt wohl Angela Merkel mometan) und ein Schuhproblem:


Während Obama sogar in der Version "Oma" seine Fans finden dürfte:


Vielleicht färbt ja was ab:

Aber in welche Richtung?

[UPDATE]: Im Grunde ist ja völlig wurscht, was man zu dem Thema schreibt, inzwischen gibts ja schon die Obama Gummi-Puppe:



Quellen:

Chirimotsumoreba: Change has come to this pachinko parlor!
altjapan: Obama-Maki
Japanator: Let's Sushi: Obama's face is now edible
Japork: KUSOBABA OBAMA

Sonntag, 8. März 2009

Rotzfahnen und Priority Seat

Die Tokyo Metro hat natürlich weitere Poster zur Fahrgast-Erziehung ausgehangen. Die Februar-Version bittet darum, die Priority Seats doch für die Leute freizuhalten, die diese benötigen. Japan, zwar als Land der Höflichkeit bekannt, hat inzwischen ein echtes Priority Seat-Problem. Niemand hält sich dran und ich habe gehört, das Tokyo Metro schon einige Rentner angestellt hat, die den ganzen Tag im Netz auf- und abfahren, um die gesunden Leute von den Sonder-Sitzen zu verscheuchen.
Unterschwellig transportiert das Poster aber noch die Botschaft, seine Brotzeit doch in den Bergen und nicht im Zug anzuhalten.
Das ist sehr komisch, da als Kontrast dazu im Shinkansen gefuttert wird bis zum Umfallen. Jede Stunde kommen auch 2 Damen mit dem Futterstand auf Rollen vorbei und verkaufen Onigiri, Sandwichs und Bier. Aber in der U-Bahn will man das wohl nicht haben, da existiert wohl ein kleiner, feiner Unterschied.


Im März bitten die Toyko Metro darum, doch bitte die Rotzfahnen nach der Benutzung artgerecht zu entsorgen. Auch das entbehrt nicht einer gewissen Komik, ist doch Naseputzen in der Öffentlichkeit verpönt und allgemeines Schniefen und Nasehochziehen an der Tagesordnung. Aber vielleicht meint das Poster ja, man solle gefälligst in der U-Bahn auch die Nase nicht mehr putzen?



Gestern habe ich zufällig auch noch Post von einer anderen privaten Betreiber-Firma gefunden, der Tokyu Line. Diese Poster sind ganz anders und noch lustiger, aber das mit Absicht. Auch hier das Priority Seat-Beispiel: "Pflegelt euch nicht wie die Seehunde in den Sitzen!"
Die typischen schlecht-gelaunten Opas der Metro-Poster fehlen, dafür sammeln die Seehunde bestimmt viele Sympathien.



Die ersten Parodien per Photoshop sind auch schon erhältlich, ob sich jemand die Mühe gemacht hat, die Originale damit zu überkleben, sollte man mal herausfinden.

Also da hätten wir das Verbot von Telefonsex während der Zugfahrt:


Das Verbot von nennen wir es mal ruhig Home-Cooking:

Und ein Verbot von Kotzen in der Bahn, wenn man die Musik des Nachbarn zum Kotzen findet:


Auch alles sehr vernünftige Vorschläge. Vielleicht gibts ja den einen oder anderen davon demnächst auch als offizielles Poster.

Quellen:
ISAMICHA: マナー (manner)
TOKYOMETRO: Galerie aller Original-Motive

Freitag, 27. Februar 2009

Rotkäppchen (赤頭巾ちゃん)

Eigentlich habe ich keine Ahnung, was ich zu diesem Werbespot schreiben soll. Ich erkenne weder den tieferen Sinn der Botschaft noch fällt mir irgendetwas Gescheites dazu ein. Am ehesten vielleicht noch : dicke Eier zum Rotkäppchen.


PS: Hat nun rein gar nichts mit dem Post weiter oben zu tun, ist aber sehr lustig und für den westlichen Intellekt viel nachvollziehbarer, trotz der umgewohnten Identifikationsfigur Raupe. Muss was mit USP zu tun haben;-):

Freitag, 13. Februar 2009

Fishing Show (つり魚水族館)

Wie? Was? Proteste gegen den Walfischfang? Damit kann der Veranstalter der Internationalen Fishing Show(つり魚水族館) in Yokohama nichts anfangen. Das diesjährige Maskottchen ist ein Wal!

Naja, andererseits futtert ein Wal auch viel Fisch.

Quelle:
JAPANPROBE: Whale mascots advertise Japan International Sport Fishing Show
Fishing Show

Mittwoch, 4. Februar 2009

Adoptiere ein Klo!

Auf so eine Idee muss man auch erst mal kommen. Der Stadtteil Shibuya bietet einige seiner öffentlichen Toiletten jetzt zur Adoption an. Vielleicht nicht nur mit dem Gedanken daran, die öffentlichen Kassen aufzubessern. Man erwirbt also das "Naming Right" einer dieser Toiletten, mit den Mitteln wird die Hygiene aufgebessert und der Pate darf zusätzlich die Einrichtung zu Werbezwecken benutzen.

Für Asahi Beer wäre das ja nur eine Erweiterung bestehender Werbe-Aktivitäten, schmückt doch die Hauptzentrale in Asakusa schon ein goldener Haufen, der angeblich ja Hopfen sein soll:


Quelle:
JAPANPROBE: For sale: naming rights for public toilets in Shibuya

Freitag, 16. Januar 2009

Kartoffel IT

Welche Zielgruppe genau der Potato-PC ansprechen soll, ob er besonders ökologisch ist oder einfach nur lecker nach Pommes Rot-Weiß duftet (was man wohl höchstens 45 Minuten toll fände) oder ob nur einfach die Marketing-Abteilung mal so richtig auf die Pauke hauen wollte, habe ich mich damals gefragt, als ich dieses Schild hoch über den Dächern von Den Den Town entdeckt habe.
Hat nicht bei Jugend forscht irgendein Nerd 'ne Glühbirne mit ner Kartoffel zum Leuchten gekriegt? Damals als Glühbirnen noch erlaubt waren?

Auf dem zweiten Blick habe ich dann entdeckt, dass sich um ein Internet-Cafe handelte und da macht Potato irgendwie wieder mehr Sinn, denn die Kundschaft aus den Couch-Potatos zu rekrutieren, ist doch wirklich zukunftsträchtig.
Zumal die Menschheit ja eh Richtung Arkoniden-Demenz tingelt, was einer Kartoffel ziemlich nahe kommt.

Samstag, 22. November 2008

Assimiliertes Kentucky

Das Japan gerne Anglizismen durch den Wolf dreht, ist bekannt. Wer ist nicht schon dran verzweifelt von so manchem englischen Lehnswort eine Rückübersetzung zu versuchen.
Wenn man diese verdammten Katakana denn wenigstens endlich mal behalten könnte. Oder flüssig lesen. Das wär ja schon die halbe Miete! Aber ich drifte ab...
Eine ganz perfide Verwurstung (oder schon Verwüstung?) einer amerikanischen Ikone, ist mir hier in Osaka begegnet. In der Stadt der grossen Krebse ist nicht mal Colonel Sanders sicher:

Aber gegen einen Krebs kann ein Brathuhn ja nur verlieren.

Mittwoch, 19. November 2008

Docomodake (ドコモダケ)

"Das Unternehmen NTT DOCOMO (株式会社NTTドコモ), gelistet im Nikkei 225, ist mit über 50 Millionen (Stand: Juni 2005) Kunden der größte Mobilfunk-Anbieter in Japan und Tochtergesellschaft der NTT (Nippon Telegraph and Telephone Corporation) in Japan. Hauptsitz ist Tokio."

Das Maskottchen des Marktführers ist seit 2005 Dokomodake(ドコモダケ), ein bunter Pilz, der inzwischen sogar ein eigenes Nintendo DS-Spiel (ぽろろんっ! ドコモダケDS) bekommen hat. Was ein Klemptner kann, sollte ein Pilz auch schaffen.

Die Verbindung zwischen einem Pilz und Mobilfunk verstehe ich zwar nicht, aber die Verbindung zwischen einem Burger und nem Clown oder die zwischen einem Löwen ohne Hose und einem Fussballspiel auch nicht. Aber wenn man mal den normalen Anime-Masstab ansetzt, ist dieser Pilz noch sehr harmlos und weit unterhalb des denkbar Möglichen.

Beim Nachschlagen, was ich hier überhaupt geknippst habe, bin ich zusätzlich noch auf dieses Video gestossen, das Ausländern wohl Sitten und Manieren beibringen soll:

Ziemlich bescheuert aber wann hört man schon mal in einem anscheinend ernstgemeinten Clip Sätze wie "Alright, I'm already naked!" und "If you really wan't to look Japanese, put your hand on your hip like this"? Und das noch mit der, zumindest kommt es mir so vor, einzigen Sprecherin Japans, die englische Texte in japanischen Spots spricht.
Eben.

Donnerstag, 13. November 2008

Wahlenwerbung in Japan

Pünktlich zum Ende des US-amerikanischen Wahlkampfes und vor dem Beginn des deutschen Wahlkampfes hier ein Ausflug nach Japan:
Das Japan einen Kaiser hat, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es trotzdem eine Parlamentarische Monarchie ist. Es hatte ja im Shogunat auch immer einen Kaiser nebenbei, der sich aber damals weniger mit Nackten rumschlagen musste ;-)
Der Premierminister wechselt zwar alle paar Wochen, aber sollte auch nicht drüber hinwegtäuschen, dass Japan sich auch an das Prinzip der regelmässigen Wahlen hält.
Hier in Yokosuka im April 2007 wurde gerade das Rathaus neu besetzt. Ob das alles Kandidaten für das Amt der Bürgermeisters waren, weiss ich nicht, aber auf jeden Fall, sind das hier weit mehr Kandidaten, als in Deutschland. Das lässt auf regionaler Ebene eine politische Splitterparteien-Fülle wie einst in der Weimarer Republik vermuten.

Anderseits sind sie hier schön nebeneinander geklebt, was ein aus-dem-Weg-gehen der Wahlwerbung viel einfacher macht, als beispielsweise in Deutschland, wo jeder Baum dran glauben muss und jeder Laternen-Pfahl ein schönes Poster kriegt.
Weniger gut aus dem Weg gehen kann man den Wahlkämpfern. Die übertönen manchmal selbst der lautesten Verkehr, wie hier stellvertretend für wohl alle Städte im März 2008 in Umeda/Osaka:


Das schlimme ist aber, das diese Wahlmobile auch rumfahren und ihre Botschaften in jeden Block reinrufen.

Ob dasselbe wieder rausgerufen wird, lasse ich mal offen.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Glico 300 Meter Running Man

Die Firma Ezaki Glico Co., Ltd. (江崎グリコ株式会社) kurz Glico ist ein Süsswarenhersteller in Osaka, der unter anderem die berühmte Pocky Sticks herstellt. Das allererste Produkt aber war der Glico-Caramel, dessen Warenzeichen der sogenannte 300 Meter Running Man ist. Der Glico-Caramel enthielt genau 15.4 Kilokalorien, die Menge, die man verbraucht, wenn man 300 Meter rennt. Zumindeste nach der Formel für eine Person mit 1,65 Meter Körpergröße, 55 Kg Gewicht und die Strecke von 160 Meter (=8,21 Kilokalorien). Hochgerechnet auf die Strecke 300 Meter würden nach 1,88 Minuten dann 15,4 Kilokalorien verbraucht.

Einerseits ist das eine bescheuerte Herleitung für ein Markenzeichen, andererseits wäre wohl der Glico 160 Meter Running Man nicht so gerühmt geworden.
Lange Rede - kurzer Sinn. In Osakas Dōtonbori (道頓堀) (ich erwähnte es hier schon mal) steht seit 1919 eine grosse Glico 300 Meter Running Man - Werbewand (wohl zwischenzeitlich öfters mal modernisiert!), die anscheinend fast Walfahrtsstatus hat.

Hier ein Beispiel von japanischen Touristen, die dem kleinen Bruder, dem Glico 300 Meter Running Man - Automaten, huldigen.


Hier noch ein weiterer Blogger dazu:
http://uniquejapan.blogspot.com/2008/01/guriko.html

Dienstag, 14. Oktober 2008

Hostessen - Gesellschaft aus dem Katalog

Eine der weichesten Stufen des japanischen Rotlicht-Milieus sind wohl die Hostessen-Clubs, die aber mit Prostitution nichts zu tun haben.

Vielleicht aber auch nur die oberste Stufe der Unterhaltungs-Branche, die ja auch ganz andere Dinge hervorgebracht hat. (Siehe: Panchiko)

Aber eigentlich geht dieser Beitrag nicht über die Clubs, sondern über die Anzeigenhefte, die es zu den Dingern gibt. An den Clubs, die gerne mal ein ganzes Haus belegen gibt es die Wandaushänge, die über die Belegschaft informieren, wie ein Kino oder Theater. Zusätzlich gibt es noch, zumindest noch einen weiteren Werbeträger.
An einer Strassenecke stand ein Zeitschriften-Ständer mit Werbeheftchen ähnlich den vielen Gratiszeitschriften mit Stellenanzeigen und Sonderangeboten, die man in japanischen Supermärkten und Konbinis so bekommt.

Wenn man sich getraut hat, das vermutlich anrüchige Heftchen zu nehmen (evtl. vorher nochmal einen Blick über die Schulter geschaut, ob die Luft rein ist, man rechnet irgendwie halb mit einer japanischen Praline-Version o.ä., kommt alles doch ganz anders.
Das Innere des Heftes lässt schnell die Augenbrauen runzeln und ist für einige Lacher gut. Neben einigen wenigen Anzeigenseiten für Fingernägel-Tuning besteht das ganze Heft aus ganz- oder doppelseitigen Anzeigen der Clubs, die dort Ihre Hostessen vorstellen bzw. vorzeigen.

Das mag man ja so noch hinnehmen, der wirkliche Brüller ist aber der wirkliche Inhalt. Seitenweise so gut wie identisch aussehende, meist beige-blondierte Tussen mit gleichgeschaltem Einheit-Makeup und Reklame-Lächeln ist dann doch zuviel des Guten. Wer soll die denn auseinanderhalten können?

Entweder gibt es keinerlei Zielgruppen-Unterscheidung in dem Sektor oder der japanische Geschäftsmann (der wohl die hauptsächliche Klienten dieser Clubs ist) tatsächlich so ähnlich gestrickt ("Ich geh nur in Clubs, wo es ausschliesslich Haartönung 34S hellbeige gibt"), das er wirklich nur die Gesellschaft des 0815-Shibuyagals inklusive Einheitshaartönung, Einheitslockenwelle und Aufklebe-Nägeln verlangt.
Das auch einige Seiten männlicher Hostessen enthalten sind, bemerkt man erst auf den zweiten Blick, da diese sich ähnlich stylisch präsentieren.

Wer sich jetzt noch fragt, was einen japanischen Hostessen-Club ausmacht, dem lege ich zum Ende noch diese Erklärung (von wikitravel.org/de/Japan hierher:
"Eine Besonderheit in Japan sind Hostess-Bars, die es in verschiedensten Variationen gibt. Nach einem Eintrittsgeld ab ca. 3000 Yen , darf man sich mit den Hostessen unterhalten und ihnen teure Drinks ausgeben. Man könnte Hostessen somit als eine Art moderne Geisha betrachten, oft sind es Studentinnen, die hier Ihre Studium finanzieren. Hostess-Bars sind beliebte Beschäftigung für japanische Geschäftsleute, die abends nicht nach Hause wollen und Geld übrig haben oder einfach nur Geschäftsfreunde unterhalten wollen/müssen/sollen. Oft gibt es Hostessen, die sich in bestimmten Fachbereichen gut auskennen (was wohl an dem hohen Anteil an Studentinnen liegt), beispielsweise Literatur, klassisches Theater oder Kunstegeschichte. Somit sind Hostessenbars eher ein Ersatz für fehlende soziale Bindungen der Klienten, werden japanische Manager oft im ganzen Land hin und her geschickt oder mal für 2-3 Jahre in eine andere Filiale an der anderen Küste."

Donnerstag, 8. Mai 2008

Kleiderkauf

Also als Fazit nach dem Japantripp werde ich meine Klamotten nur noch in ausgewaehlten Laeden kaufen.
Entweder beim "Nude Buffalo":


Oder direkt beim "Jesus Diamante":

Montag, 5. Mai 2008

Ich kam, sah und kaufte

Einige japanische Werbeleute scheinen ihren Julius Caesar gelesen zu haben:

Ich sehe hier eine eindeutige Referenz auf den römischen Kaiser: "Ich kam, sah und kaufte". Wenn das nicht mal schön kapitalisiert ist. Klingt auch sehr gut: "Kita, Mita, Katta" - fast Schüttelreim.
Und das vor einem 0815 Elektro-Laden in Den Den Town.

Sonntag, 27. April 2008

Was heisst diese Kanji?

Dieses Plakat ist ein sehr gutes Beispiel fuer durchdachtes Plakatdesign: Was heisst wohl die blaue Kanji?

Die Rote bedeutet "grosses Erdbeben" und man soll im Erdbebenfall hier sein Wasser holen kommen.